Summender Campus

Beschreibung
Dauer
Begrüßung
2
Quiz (https://kahoot.it)
5-10
Wer sind wir?
5-10
Was ist die BienenWerkSTADT?
5-10
Smart-City: Bienen im urbanen Raum (Uni Bremen)
30
Fragen
bis keine mehr sind ;)

Die Projektgruppe “Summender Campus” hat sich im Rahmen der Bienen WerkSTADT 4.0 mit der Frage auseinandergesetzt “Bienen auf unserem Unicampus - geht das?”. Die Antwort ist ganz klar ja!

So unintuitiv es scheinen mag: Heutzutage ergeht es Bienen im urbanen Raum oft besser als auf dem Land. Dies liegt nicht daran, dass die Stadt der primäre Lebensraum ist. Anthropogene Eingriffe in dünn besiedelten Gebieten sorgen dafür, dass die Biene dort nicht mehr uneingeschränkt leben kann.

Ein großer Faktor ist die Landwirtschaft. Diese ist notgedrungen auf ihre ökonomischen Anforderungen optimiert - Nachhaltigkeit steht leider oft nicht im Fokus. Konkret bedeuten Monokulturen, Rodung und eine allgemeine Verminderung der Biodiversität im Lebensraum der Biene (und Insekten im Allgemeinen), dass dieser schwindet.

Auch wenn es nicht intuitiv erscheint, ist gerade die Biodiversität in der Stadt groß. In Grünflächen werden keine Pestizide eingesetzt und oft können Wald- und Wiesenflächen ungestört wachsen. 

Mit dieser Grundlage haben Alvina und Susan die Bienen WerkSTADT gegründet: Studierende an das Thema “Bienen in der Stadt” heranführen. Mehr dazu gibt es auf den anderen Seiten der Website.

 

Im Zuge des dritten Semesters der Werkstatt wurden eine intelligente Bienenbeute (mehr dazu später) und der Plan für ein Wildbienen-Habitat erschaffen.

Wir, das Projekt “Summender Campus”, haben die Erkenntnisse der vorangegangenen Projekte gesammelt und im Juni 2021 interessierten Zuhörer:innen live vorgestellt.

Im Folgenden werden interessante Themen und Diskussionen aus dem Event aufgearbeitet.

Ablauf der Veranstaltung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingeleitet haben wir mit ein paar quick facts über Bienen. Kennst du die Antworten?

 

1. Welche ist die größte Bedrohung für Bienen?

a) Hornissen

b) Wespen

c) Vögel

d) Milben

2. Wie schnell kann eine Honigbiene fliegen?

a) 70 km/h

b) 30 km/h

c) 10 km/h

d) 50 km/h

3. Was ist Gelee Royal?

a) Ein Secret, was die Biene zur Verteidigung benutzt

b) Von Bienen hergestellte Harzartige Masse

c) Futtersaft für die Königin

4. Wie viel Gramm Honig produziert eine Biene in ihrem Leben?

a) 0,5-1 g

b) 2,3-2,5 g

c) 5,5-7 g

d) ~8 g

5. Sind Honigbienen vom Aussterben bedroht?

a) Ja

b) Nein

6. Was trifft nicht zu? Honigbienen leben…

a) Eusozial

b) altruistisch

c) in Staaten

d) solitär

Für die richtigen Antworten siehe unten

 

Der Fokuspunkt der “Summender Campus” ist die “intelligente Bienenbeute”.

 

Ein großer Streitpunkt zwischen Imker:innen ist die wesensgerechte Haltung von Bienen. Bei der profitorientierten Tierhaltung ist das Wohl der Tiere den ökonomischen Aspekten untergeordnet. Die wesensgerechte Haltung hingegen berücksichtigt alle Aspekte der Nachhaltigkeit in der Bienenhaltung - vor allem den Erhalt der natürlichen Lebensbedingungen der Biene.

So fern es scheinen mag: Technologie kann die Bienenhaltung wesensgerechter machen.

Imker:innen müssen regelmäßig den Zustand einer Beute und des darin lebenden Volkes überprüfen. Besonders wichtig ist die Früherkennung von Krankheiten im Schwarm um einen Ausbruch einzudämmen. Dazu ist es in der herkömmlichen Imkerei fast immer notwendig, die Beute zu öffnen und die Bienen zu stören. Um die Überwachung der Völker und die Minimierung der Störung der Bienen zu vereinen hat eine Gruppe Forschender der Uni Bremen im Rahmen des Projektes "Bee Observer (BOB)" die intelligente Bienenbeute entwickelt. Zwei der Entwickler*innen dieser Beute, Thorsten Kluß und Diren Senger, waren bei uns zu Gast, haben uns ihre Arbeit vorgestellt und den Zuschauenden Rede und Antwort gestanden.

Das Projekt BOB stellt Interessierten (so auch der Bienen WerkSTADT) ein Sensor-Kit bzw. eine damit ausgestattete Beute zur Verfügung, um einen digitalen Einblick in den Stock zu gewähren. Die Messgeräte in der Beute geben einen Überblick über die wichtigsten Parameter für das Wohl des Bienenvolkes. Dazu gehört unter Anderem eine Waage, ein Thermometer und ein Luftfeuchtemesser. Mithilfe dieser Instrumente können die gewünschten Daten nicht nur einfacher sondern auch öfter erhoben werden und die Bienen wesensgerechter und gut behütet gehalten werden.

 

Unsere Campusbienen sollen mithilfe der gebauten Beute auch eines Tages so gehalten werden. Leider stellt die Situation in 2020/21 die Standortsuche vor einige Probleme, sodass die Beute bis jetzt nicht beimkert werden kann.

 

Neben der wesensgerechten Haltung hat das Projekt BOB ein weiteres viel umfassenderes Ziel: Aus den gesammelten Sensordaten können neue Erkenntnisse zum Thema Insektensterben abgeleitet werden. Bienen eignen sich besonders gut als Repräsentant für die Forschung, da die sie schon sehr lang vom Menschen gehalten werden und stets zuverlässig zu ihrem Stock zurück fliegen. So kann man ihre Entwicklung in verschiedenen Umgebungen im zeitlichen Verlauf gut beobachten. Zwischen ihrer Umwelt und dem beobachteten Verhalten der Schwärme können dann Zusammenhänge abgeleitet werden.

 

Bienenvölker in Sibirien oder Kamerun müssen beispielsweise ihr Verhalten anpassen um die Kerntemperatur der Beute zu halten. Dies gelang ihnen im Experiment. Daraus kann jedoch nicht gefolgert werden, dass die Biene zukünftigen lang anhaltenden Temperaturänderungen gewappnet ist. Zum Überleben gehört beispielsweise auch genug Nahrung zu finden. Ist dies nicht gegeben, sterben die Bienen dennoch. 

 

Das Projekt gibt es aktuell noch nicht lang genug, um aus den gesammelten Daten eine zuverlässige umfassende Prognose zum Thema abzuleiten. Dafür sind die Zusammenhänge in einem Biotop zu komplex. Aktuell macht es die Pandemie gerade im Ausland schwer die Projektarbeit weiter zu verfolgen.

 

Die Projektgruppe beschäftigt sich auch mit ethnologischen und explorativen Themen. Uns besonders in Erinnerung geblieben sind die folgenden zwei:

Weiterführende Links


 

Antworten auf Quizfragen:

  1. Größte Bedrohung für die Honigbiene ist die Varroamilbe. Die Milbe entwickelt und vermehrt sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Der Befall von Bienenvölkern durch die Milbenart wird als Varroose bezeichnet.

  2. 30 km/h

  3. Gelée royale ist der Futtersaft, mit dem die Honigbienen ihre Königinnen aufziehen. Alle bienenlarven werden während der ersten drei Larvenstadien damit gefüttert und erhalten dadurch einen enormen Wachstums- und Entwicklungsschub. Danach bekommt nur noch die Königin das Gelee bis zur Verdeckelung ihrer Zelle.

  4. Honigbienen sind nutztiere und werden somit durch den Menschen gehalten und gezüchtet. Sie sind dadurch auch nicht vom Aussterben bedroht, obwohl sich die Varoamilbe weiterverbreitet. Bei den Wildbienen dagegen gelten ca. 10% der Arten in Europa als gefährdet und bei vielen gibt es auch gar keine verlässlichen Zahlen.

  5. Honigbienen leben nicht solitär.

    • eusozial 🡪 besondere Form des Sozialverhaltens sozialer Insekten wie Termiten, Ameisen und Bienen und Co. 

    • Eusoziale Sozialverbände werden als Staat oder Volk bezeichnet

    • altruistisch 🡪 fremddienliches oder uneigennütziges Verhalten, zum Wohl anderer mit Erhöhung der Fortpflanzungschancen des Empfängers auf Kosten des Gebers 🡪 also von den Arbeiterbienen zur Königin

    • solitär 🡪 Wildbienen leben solitär, bauen also ihre Nester und versorgen ihre Brut ohne Mithilfe von Artgenossen